Mehrstämmige Zirben bestehen oft aus verschiedenen Individuen. Ob es sich tatsächlich um siamesische Mehrlinge handelt, können genetische Analysen nachweisen.

Die roten männlichen Blüten produzieren Pollen, welcher durch den Wind ausgebreitet wird.

Die weiblichen Blüten leuchten als rotes Zäpfchen und entwickeln sich ein Jahr später zu einem reifen Zapfen.

 

 

 

 

 

Der Tannenhäher frisst am liebsten Arvensamen, die er als Vorrat versteckt. Im Winter gräbt er bis zu 130 cm tiefe Löcher durch den Schnee, um zu den deponierten Samen zu gelangen.

 

 

 

 

 

 

 

In der Bildmitte ist ein (für das Foto geöffnetes) Häherversteck mit Arvennüsschen zu erkennen

 

 

 

Das Hauptverbreitungsgebiet der Arve liegt im subalpin-kontinentalen Alpenraum in einer Höhe von 1300 bis 2500 m. Auf dem sauren Boden im Stazerwald bei St. Moritz (GR) gedeiht die Arve überall.

 

 

 

Typischer Arvenwald der Nordalpen auf der Rautialp oberhalb Näfels (GL): Im Gegensatz zum Hauptverbreitungsgebiet wächst die Arve auf kalkigem Untergrund nur auf erhöhten Standorten, wo der Boden oberflächlich versauert ist.

 

 

 

 

Einzelne Arven oberhalb der Waldgrenze bei Foppe di Pönt am Lukmanierpass. Möglicherweise sind sie Vorboten eines Anstiegs der Waldgrenze.

Die Zirbe als Pionier an der Baumgrenze

Das raue Klima und die ungünstigen Bodenverhältnisse verlangen den knorrigen Holzgewächsen einiges ab. Sie sind zäh, strotzen dem Wetter und dem Wind, sind bis -40°C frosthart und erschließen mit ihren Pfahlwurzeln Blockhalden und Rohböden. Die Zirbe gehört zu den so genannten Pionierbaumarten. Damit erfüllt sie eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Hangerosionen. So wie ein Dach das Haus, schützt sie als Bodenbewehrung und erstes Hindernis für Schnee- und Geröllmassen den Wald und das Tal vor den Folgen extremer Witterungsbedingungen. Die Zirbe gehört zu den Kieferngewächsen und ist ein „Fünfnadler“. Die Wachsstreifen auf der Nadelunterseite verleihen dem Kronendach der Bäume einen würdigen Silberglanz. Charakteristisch sind die faustgroßen, rundlichen Zapfen. Der Tannen- oder Nusshäher, ein brauner Rabenvogel, ist wesentlich an der Verbreitung der Zirbe beteiligt. Zur Zapfenreife pflückt er diese geschickt mit dem starken Schnabel und versteckt sie in Depotplätzen. Vergessene Zapfenlager, sofern nicht von anderen Tieren entdeckt, bilden schließlich die Standplätze neuer Zirbengenerationen. Zusätzlich werden Zirben über Stupfsaaten ausgebracht bzw. nach der Aufzucht von Jungpflanzen in Forstgärten ausgepflanzt und können ein Alter von 200 bis 400, in Extremfällen von bis zu tausend Jahren erreichen.

Bei einem sehr geringen Wärmeanspruch von 0°C im Jahresmittel reicht der Zirbe eine Vegetationszeit von zwei Monaten mit über 10°C Tagesmitteltemperatur, wodurch sie an Wetterrückschläge sehr gut angepasst ist. Optimale Bedingungen herrschen für sie in den Innenalpen, deren Landschaftsbild weitgehend durch Zirben geprägt ist. Im Wallis, im Engadin, in den Ötztaler- und Zillertaleralpen sowie den angrenzenden Zwischenalpen bildet sie geschlossene Waldbestände. Ihr östlichstes Verbreitungsgebiet ist der steirischen Zirbitskogel, ihre höchsten Vorkommen findet man in den Südtiroler Alpen auf einer Seehöhe von 2.680 Metern.

Mensch und Zirbe
Neben diesen forstwirtschaftlich relevanten Eigenschaften verfügt die Zirbe über weitere Charakteristika, die ihren Einsatz in verschiedenen Bereichen ermöglichen: In Holz, Harz und Nadeln ist das leicht flüchtige Pinosylvin in hoher Konzentration eingelagert. Es unterstützt Wohlbefinden und Gesundheit und trägt zum typischen Duft bei, welcher sich besonders in verbauter Form voll entfaltet. Die mottenabwehrende und antibakterielle Wirkung des Zirbenholzes übertrifft deutlich jenes anderer Baumarten. Zusätzliche Erkenntnisse über die Holzeigenschaften der Zirbe erarbeiteten Wissenschaftler der Forschungsgesellschaft Joanneum Research kürzlich in Graz Über ein umfangreiches Repertoire an Messmethoden wurden das autonome Nervensystem und die Funktionen des Stammhirnes beobachtet. Dabei zeigte sich in Labortests, dass es einen signifikanten Unterschied in der Erholungsqualität in einem Zirbenzimmer im Vergleich zu einem identisch gestalteten Holzdekorzimmer gibt: Zirbenholz bewirkt bei körperlichen und mentalen Belastungen niedrigere Herzfrequenzraten, in Ruhephasen wird der vegetative Erholungsprozess signifikant beschleunigt. Weiters konnte festgestellt werden, dass die Herzfrequenz der Testpersonen im Zirbenzimmer vom Luftdruck unabhängig war und diese, im Vergleich zu Testpersonen, die sich im Holzdekorzimmer aufhielten, nicht unter Wetterfühligkeit litten. Ebenso nachweisbar ist die positive Auswirkung von Zirbenholzbetten auf das Herz: die durchschnittliche Arbeitsersparnis beträgt 3.500 Schläge pro Tag beziehungsweise eine Stunde Herzarbeit.

Charakteristika des Zirbenholzes
Tischler schätzen bei der Verarbeitung des Zirbenholzes seinen gleichmäßigen, anatomischen Aufbau. Die festverwachsenen, rotbraunen Äste lassen sich glatt schneiden und reißen beim Hobeln nicht ein. Mit einer Darrdichte von rund 400 kg/m³ ist die Zirbe die leichteste heimische Nadelholzart. Beim Einbau zeichnet sich das Holz zusätzlich durch ein sehr geringes Quell- und Schwindverhalten, vor allem im Nasszellenbereich aus.
Seit jeher macht sich der Mensch die Edelbaumart Zirbe zu Nutze. Es wird nur soviel Holz geerntet wie nachwächst. Als Baum schützt sie vor Gefahren, verarbeitet birgt ihr Holz jene Charakterstärke, die ihr seit Jahrhunderten in den Bergen abverlangt wird. Die Zirbe ist eine Freundin mit vielen Talenten. Es lohnt sich, solche Freundschaften zu pflegen.